Donnerstag, 18. Juni 2009

Leichtsinn oder Selbstverständlichkeit? - Aus aktuellem Anlass

Ich möchte aus aktuellem Anlass ein Posting einschieben.

Im Jemen sind 3 junge Frauen ums Leben gekommen, 1 Koreanerin und 2 Deutsche. Ermordet. Kaltblütig hingerichtet.
Heute haben im Jemen selbst Muslime aus Protest demosntriert, weil es auch für sie nicht zu akzeptieren ist, weil es ihnen einen Aufschrei wert ist, dass Menschen, denen es um humanitäre Hilfe geht hingerichtet werden.

Und bei uns? Bei uns, in einem christlichen Land lese ich, dass es an Leichtsinnigkeit kaum zu überbieten war, was diese beiden Frauen dort geleistet haben.
Am selben Tag höre ich einen Radiobericht, wonach es als selbstverständlich gilt, dass die Bundesregierung dem Einsatz deutscher Awacs Flieger über Afghanistan zustimmt.


Ich frage mich ehrlich, in was für einem Land ich lebe!

Offenbar lebe ich in einem Land, in dem es normal ist, bei einem militärischen Einsatz zu sterben, doch wer nicht aus militärischen, sondern aus humanitären Gründen in Krisengebiete reist, der gilt als dumm, naiv und leichtsinnig?

Die Menschen in Afghanistan, im Jemen und in vielen anderen Krisengebieten brauchen ganz sicher unsere Hilfe.

Doch jeder von uns sollte sich fragen, ob diese Hilfe in Form von Waffengewalt oder humanitärer Hilfe besser ist.

Seit Jahren sehen wir, wohin uns die Spirale der Gewalt bringt.

Gewalt erzeugt Gegengewalt.

Die Bibel sagt:
Überwindet das Böse durch das Gute.

Es ist unfassbar traurig, dass dabei drei Frauen (zwei davon aus Deutschland) ihr Leben lassen mussten, ja.

Doch jetzt stellen sich in einemn muslimisch geprägten Staat Menschen offen gegen solches Unrecht!

Ich denke, es wäre ein Zeichen der Stärke, ich denke, es wäre besonders angesichts dieser zwei verstorbenen deutschen Schwestern ein bemerkenswertes und gutes Zeichen auch für die islamische Welt, wenn wir Deutsche uns zu einem klaren NEIN zu sämtlichen kriegerischen Handlungen entscheiden würden.

Aber am Einsatz der Awacs Flieger gibt es (leider) keinen Zweifel.

Dass die Kriegseinsätze in Afghanistan und Co gefährlich sind, erkennt man nicht zuletzt an den Särgen, die mit Länderflaggen zurück kommen.

Wenn ich die Wahl hätte, ich hätte bei meinem Tod lieber die Bibel in der Hand als ein Gewehr.

Das musste - insbesondere in Betracht der Berichterstattung der Medien - hier einfach mal gesagt werden.

Sonntag, 14. Juni 2009

Nicht in Reih' und Glied marschieren

Ich trage im Expowal oft einen Button, den ich von der Organisation „Pro Christ“ habe.
Je nach Blickwinkel kann man auf diesem Button entweder Zweifeln oder Staunen lesen – oder eben irgendwas dazwischen wie Zwaunen.
Ja, zu meinem Glauben gehören auch Zweifel, daraus mache ich keinen Hehl. Ich habe nicht auf jede Glaubensfrage eine Antwort und das kann mich sogar ziemlich ärgern, denn ich bin leider auch noch ziemlich ungeduldig.
Aber dann erinnere ich mich: Es liegt nur an mir. Ich kann einfach die Blickrichtung ändern, und schon wird aus meinen Zweifeln mein Staunen!
Ich möchte an dieser Stelle jeden Leser einladen: Lernen Sie, zu staunen. Ich persönlich kann ganz besonders im Expowal über Gott staunen! Das alles hat GOTT geschaffen, das unglaubliche Gebäude, das leckere Essen, die tollen Predigten, die wunderbare Musik, die thematischen Anspiele, sogar die Fitness vor dem Gottesdienst und das Licht, dass das gesamte Gebäude von allen Seiten durchflutet – all das und vieles mehr lässt mich staunen!

Ich war dabei, das Lied von Reinhard Mey aus GOTTES Sicht zu betrachten.
Unsere Zweifel, sie werden irgendwann weg sein, sie bleiben uns nicht bis zum Schluss.

GOTT ist schon mit dem Volk Israel geflohen, und egal, wie untreu sie IHM wurden, egal, wie weit sie sich auch von IHM entfernten, er ließ SIE nie allein. ER ließ nie zu, dass die Zweifel siegten, sondern das Staunen!
Es hat absolut nichts mit theologischer Lehre zu tun, aber ich bin ja auch kein Theologe und kann das daher vielleicht ganz frei hier so sagen:
Ich finde, der Liedtext hier passt ziemlich gut. Müssen denn alle Christen im „Gleichschritt“ laufen?
Ist es tatsächlich so schlimm, dass manche Christen charismatische Gottesdienste bevorzugen und andere die liturgische Tradition bevorzugen?
Ich bin in einem Spielmannszug und weiß daher, dass vor dem Überqueren von Brücken das Kommando gegeben wird: „Ohne Tritt Marsch!“ Das bedeutet nichts anderes als die Aufhebung des Gleichschrittbefehls. Warum? Wenn sehr viele Leute im Gleichschritt über eine Brücke marschieren, kann sie in so starke Schwingungen geraten, dass die Brücke einstürzt.
*Ohne Tritt Marsch“ – Das hebt nicht die Richtung auf, alle sind auf dem Weg zu einem Ziel, doch man muss nicht blind ohne nachzudenken das tun, was alle anderen auch tun.
„Die Kinder schützen vor allen Gefahren ist doch meine verdammte Vaterpflicht“…..
Ich bin kein Vater, aber ich habe zwei „Patenkinder“

Was ich mit diesem Lied in christlichem Kontext hiermit verbinde, das lest ihr im nächsten Beitrag

Sonntag, 7. Juni 2009

Nein meine Söhne geb ich nicht

Heute geht es weiter mit meiner Blog - Reihe über Lieder von meinem Lieblingsliedermacher Reinhard Mey und da heute ja auch Europawahl ist, dachte ich, dass dieser Song mal ganz passend sein könnte:


Ich liebe dieses Lied und finde die Kritik an Politikern, egal welcher Nation, die ihr Jawort zu Militäreinsätzen und kriegerischen Handlungen, egal aus welchen Motiven geben völlig berechtigt.
Ich glaube, man kann auf die Sinnlosigkeit von Gewaltanwendung gar nicht oft genug hinweisen. Dieses Video veranschaulicht das meiner Meinung nach wunderbar, weil die Bilder die Textaussagen wunderbar unterstreichen.

Doch heute ist nicht nur Europawahl, heute ist noch ein weiterer wichtiger Termin, auch wenn darüber vermutlich in den Nachrichten maL wieder nicht berichtet wird: heute ist der Sonntag Trinitatis, an dem wir Christen die Dreieinigkeit Gottes feiern.
Im Wochenspruch heisst es passend zu diesem Festtag:
Heilig, Heilig, Heilig ist der HERR Zebaot, alle Lande sind seiner Ehre voll.

Dreieiniger Gott, dreimal also das Wort Heilig. Ja, Gott ist heilig, das unterscheidet ihn von uns Menschen. Wir Menschen sind nicht absolut rein, nicht frei von Schuld. Diese Reinheit, diese Heiligkeit können wir nur erlangen, indem wir unsere Schuld JESUS anvertrauen.

Da wir noch nicht diese endgültige Heiligkeit haben, verstehen wir GOTT eben manchmal auch nicht. Weil wir eben (noch) anders sind als er, zumindest in einigen Punkten.
Nachfolge bedeutet, auf dem Weg zu sein, sich IHM anzunähern, von Tag zu Tag dem Ziel näher zu kommen.
Ich möchte dieses Lied von Reinhad Mey daher noch einmal betrachten, diesmal aber aus einer anderen Perspektive:
Wir Christen sind Kinder Gottes.
Was wäre wohl, wenn ER dieses Lied singen würde?
Einige Stichpunkte:

"Ich liebe meine Kinder" heisst es sinngemäß ganz zu Beginn des Liedes - "mehr als mein Leben, als mein Augenlicht..."
In Johannes 3 Vers 16 wird von GOTT gesagt:
Denn GOTT hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einhzigen Sohn hingab, damit jeder, der an IHN glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.

Was für eine Liebe. Und vor allem: Versprechen kann man ja eine Menge (welch Parallele zu den Politikern :-)
Aber GOTT steht zu seinem Wort. JESUS hat eben die Folter nicht unterbrochen. Er ist weder vom Kreuz gestiegen noch hat er vorher seiner Folterung ein Ende bereitet. ER stand zu seinem Wort, SEINE Liebe war und ist absolut zuverlässig und treu.

Und als würde Reinhard Mey die Bibel sehr gut kennen (ich kenne ihn nicht gut genug, um das beurteilen zu können), ist fast in einem Atemzug erst von der Liebe und dann auch von den Auswirkungebn der Liebe die Rede:
Und die, die werden keine Waffen tragen, nein, meine Söhne geb ich nicht.
Ich glaube, eine der schlimmsten Waffen, die wir haben, sind unsere Worte. Allen, die uns aufhetzen wollen, könnte GOTT zum Beispiel diese Zeile singen aber auch uns selbst, uns nicht aufhetzen zu lassen.
Wenn andere mal wieder die Todesstrafe für besonders schwere Verbrechen fordern, gibt er uns für diese Art der Kriegsführung nicht her.
Wenn im Kollegenkreis oder in einer Schule oder einer Gruppe immer wieder ein und dieselbe Person gemobbt wird, wenn irgendwo über irgendwen hergezogen wird, sagt GOTT: Nein, dazu sind mir MEINE Kinder zu schade, dafür gebe ich die nicht her.
Auch Arroganz und Eitelkeit können Waffen sein, sogar in falsch verstandenem christlichem Kontext:
"Wie viel besser bin ich doch, ich habe die Bibel nicht nur mehrfach durchgelesen, ich kenne ganze Abschnitte auswendig und alle in der Gemeinde loben mich. Da solltest DU dir mal ein Beispiel dran nehmen"
Das könnte so ein Fall von bewaffneter Arroganz sein.
Nein, dafür gibt uns GOTT nicht her, er möchte dass wir anderen Menschen einladend begegnen, so wie es JESUS auch immer tat.

Ich habe sie die Achtung vor dem Leben, vor jeder Kreatur als höchsten Wert, ich habe sie erbarmen und vergeben und wo immer es geht, lieben gelehrt."
Diese Stelle finde ich von vorne bis hinten zutiefst christlich, allerdings ist JESUS da weniger bescheiden. JESUS möchte nicht, dass wir "wann immer es geht" lieben, sondern IMMEER und vor allem JEDEN. Das ist eine echte Herausforderung, zumindest für mich, aber JESUS gibt uns dafür den HEILIGEN GEIST zur Seite. Das ist eine ganz große Hilfe, ein Wegweiser auf unserem Weg der Nachfolge, auf dem Weg immer näher zum Ziel.

Ganz sicher nicht für euch hat ihre Mutter sie unter Schmerzen auf die Welt gebracht. Nicht für euch und nicht als Kanonenfutter, nicht für euch hab ich manche Fiebernacht....
GOTT, unser Schöpfer. Hinter dem "Nicht für euch" von Reinhard Mey könnten aus GOTTES Sicht sicher viele Adressaten stehen.
Wofür geben wir uns hin? Steht GOTT in unserem Leben an erster Stelle? Ordnen wir IHM alles unter? Wieviel Zeit verbringen wir mit ihm, für ihn, um SEINEN Menschen zu dienen? Eine Stunde pro Woche im Gottesdienst oder mehr? Oder weniger?
Ist uns unser Auto, unser Haus, unser Urlaub, unser Hobby oder was auch immer wichtiger, als SEINE anderen Kinder, die vielleicht unsere Unterstützung in Form von Zeit und Geld dringend benötigen würden? Nein, sagt GOTT, dafür gebe ich meine Söhne nicht, da braucht ihr mich gar nicht erst fragen.


...nicht für euch hab ich manche Fiebernacht, verzweifelt an dem kleinen Bett gestanden und kühlt' ein kleines, glühendes Gesicht"

Hier ist vonm Schutz die Rede, von Geborgenheit, aber eben auch von Aufopferung und Sorge. Sorgen bereiten wir GOTT sicher z.B. dann, wenn wir uns eben doch denen hingeben, von denen es hier aus Vatersicht heisst: Meine Söhne geb ich nicht.

Ich weiß nicht, ob GOTT genauso wie Reinhard Mey dann verzweifelt. Denn GOTT ist heilig, er ist eben nicht menschlich. GOTT weiß sicher einen Ausweg, in Psalm 91 heißt es:

"Wer unter dem Schutz des Höchsten wohnt,
der kann bei ihm, dem Allmächtigen, Ruhe finden.
Auch ich sage zu Gott, dem Herrn:
Bei dir finde ich Zuflucht, du schützt mich wie eine Burg!
Mein Gott, dir vertraue ich!"

Aber GOTT möchte uns eben durch JESUS CHRISTUS von unseren Sünden, von unseren Fehlern und auch von unseren Verletzungen freimachen und uns durch seinen HEILIGEN GEIST wieder zurück auf den WEG zum Ziel führen.
Der Titel dieses Blogs lautet: "Warum ich gerne Schaf bin" und ich bin es deshalb gerne, weil kein geringerer als GOTT mein Hirte ist.
Ich komme mir auf meinem Lebensweg oft völlig überfordert vor, wie ein Schaf, das sich verlaufen hat und nicht mehr ein noch aus weiß. Aber ich habe IHN als Hirten, der mich führt, der mich beschützt und für mich kämpft, wenn "wilde Tiere" über mich herfallen. Er ist sich nicht einmal zu schade, für mich unmenschliche Schmerzen zu erleiden und zu sterben. Darum bin ich gerne Schaf

Ich möchte den Text nicht zu lang werden lassen und finde, das ist für heute ein schönes Schlusswort. In den nächsten Tagen werde ich auf den zweiten Teil des Liedes sicher noch einmal eingehen.
Euer "Schaf" Sven