Gehst du in den Gottesdienst auch immer nur zu Besuch?
Zu diesem Blogeintrag wurde ich durch einen Text von Kerstin hack inspiriert, der in voller Länge hier zu lesen ist:
http://lesbar.down-to-earth.de/glauben-spiritualitaet/kerstin-hack-mein-kleiner-frommer-schaden-ich-bin-nicht-gottesdienst-%E2%80%93-tauglich/2006-09-14/
Wir laden Sie herzlich ein! Besuchen Sie unseren Gottesdienst!
Oft habe ich das Gefühl, dass diese gutgemeinte Einladung ehrlicher ausgedrückt lauten könnte: Hören Sie aufmerksam zu aber seien Sie leise und stören Sie nicht!
Schon an dem Begriff „Gottesdienstbesucher“ stoße ich mich. Wenn ich ein Fußballspiel besuche, schaue ich zu, wie andere Fußball spielen. Wenn ich ein Kino, ein Theater oder ein Musical besuche, schaue ich mir die Vorstellung an. Wenn ich meine Eltern besuche, kann ich meistens ein Essen genießen, welches ich selber so nicht hinbekommen würde. Besuche sind also grundsätzlich nicht schlecht, lassen aber eben die Besucher als Zuschauer – in manchen Gemeinden sagt man auch Gäste – außen vor.
„ Wenn ich mit Geschwistern Jesus feiere, möchte ich gerne auch etwas von dem hören und sehen, was die anderen zu sagen und zu geben haben.“
Dieser Satz von Kerstin Hack trifft auch auf mich voll und ganz zu.
Ich sehne mich nach einer Gottesdienstform, in der jede/r Teilnehmer/in sich einbringen kann. Wo jede/r berichten, erzählen oder vielleicht auch mal fragen darf, was ihr oder ihm auf dem Herzen liegt.
Wo die Gemeinde vielleicht auch mal gefragt wird, welche Predigtthemen ihr besonders am Herzen liegen?
Wir singen wunderschöne Lieder aus der Reihe „Feiert Jesus“, dann muss doch auch Raum dafür sein, diese Freude und Begeisterung mit anderen zu teilen! Hat das auch Platz in der Gottesdienstfeier oder wird das an den Rand geschoben?
Einer meiner Lieblingsabschnitte in dem Text von Kerstin Hack ist jedoch dieser:
„Ich wünsche mir, dass Menschen es lernen, im ganz realen Leben Jesus zu folgen, so zu leben, wie er es tat. Predigten anzuhören macht jedoch keinen Christen zum Jünger, oder nur so wenig wie man durch das Ansehen der Sportschau zum Spitzensportler wird. Wachstum in der Nachfolge geschieht eher durch Gespräch, Begleitung, Auseinandersetzung etc. als durch passives Zuhören. Beim Umsetzen werden die Gottesdienstbesucher jedoch häufig allein gelassen – und das, obwohl viele Gemeinden das Ziel haben, Menschen zur Nachfolge Jesu zu befähigen. Aber sie sind an eine Form gebunden, die denkbar ungeeignet für das Einüben der Nachfolge ist.“
Sonntag, 31. Oktober 2010
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